VUKA Welt

Der neue Trendbegriff VUKA Welt steht für Volatilität, Unsicherheit, Komplexität und Ambiguität (Mehrdeutigkeit). Der Begriff entstand in den 1990er Jahren in einer amerikanischen Militärhochschule, um die multilaterale Welt nach dem Ende des Kalten Krieges zu beschreiben. Aktuell steht VUKA Welt für die Unberechenbarkeit des digitalen Zeitalters.

Volatilität: Volatil bedeutet „beweglich“, „unstetig“ oder „flüchtig“. Im Finanzwesen werden z.B. sprunghafte und unbeständige Aktienkurse als volatil bezeichnet. Mit Volatilität sind in der VUKA Welt häufige und starke Veränderungen des Marktumfeldes gemeint, wie neue Technologien, gesetzliche Regelungen, kulturelle Trends, neue Produkte und kürzere Produktionszyklen.

Beispiel aus der Wirtschaft: Telekommunikation. Telefone wurden früher über Jahrzehnte genutzt. Die aktuellen Smartphones sind heute nach wenigen Monaten bereits veraltet. Produkte und Services auf Basis dieser neuen Technologien verändern zudem Bedürfnisse und Erwartungen der Kunden. Mit Einführung der Smartphones im Jahr 2007 entwickelte sich die 24/7 Gesellschaft mit dem Anspruch, dass Informationen und Funktionen jederzeit und überall verfügbar sind.

Unsicherheit beschreibt in der VUKA Welt die Unvorhersehbarkeit von Ereignissen. Marktanalysen haben aufgrund der sich schnell verändernden Erwartungshaltungen der Kunden kaum noch Gültigkeit. Je mehr „Überraschungen“ der Kontext bereithält, desto unsicherer ist er.

Beispiel Autoindustrie: Das Potenzial der Elektrofahrzeuge wurde lange ignoriert. Erst 2019 gelang es der deutschen Automobilindustrie batteriebetriebene Elektrofahrzeuge auf den Markt zu bringen. Teslas Fahrzeuge sind jedoch – was autonomes Fahren, In-Car Entertainment und Performance-Werte (Reichweite, Beschleunigung, Sicherheit) betrifft -wesentlich weiter.

Komplexität wird durch die Anzahl von Einflussfaktoren und der gegenseitigen Abhängigkeit beeinflusst. Komplex muss in diesem Zusammenhang von kompliziert unterschieden werden. Ein kompliziertes System kann man vereinfachen, ohne die interne Struktur des Systems zu zerstören. Beispielsweise wird ein unübersichtlicher mathematischer Bruch durch Kürzen vereinfacht. Ein komplexes System hingegen wird zerstört, wenn man versucht, es zu vereinfachen.

Beispiel IT-Infrastrukturen großer Organisationen: Oft wurden historisch gewachsene Systeme im Lauf der Zeit aus unterschiedlichen Lösungen zu einer individuellen Infrastruktur kombiniert. Solche Systeme sind oft unzureichend dokumentiert, basieren auf veralteten Betriebsumgebungen und besitzen zahlreiche, teils vergessene Schnittstellen.

Ambiguität beschreibt die Mehrdeutigkeit einer Situation oder Information. Selbst wenn viele Informationen vorhanden sind, kann die Bewertung immer noch mehrdeutig sein. Die Frage „Und was heißt das jetzt?“ wird dann meist gestellt.

Beispiel Kodak: 1975 entwickelte Steve Sasson die weltweit erste Digitalkamera für Kodak. Das Management hielt jedoch an dem Hauptgeschäft für die analoge Fotografie fest.

1980 brachte der Konkurrent Sony die erste Digitalkamera auf den Markt. Kodak beauftragte eine umfangreiche Studie, um zu erforschen, ob von der digitalen Fotografie eine Gefahr für das eigene Kerngeschäft ausging. Laut der Studie sollte es noch etwa 10 Jahre dauern, bis die digitale Technologie die klassischen Filmkameras verdrängen würde.

Kodaks Führungskräfte wurden in dieser entscheidenden Situation zum Opfer einer mehrdeutigen Informationslage, denn das Unternehmen machte trotz dem Ergebnis der Studie bis in die Mitte der 80er Jahre vielversprechende Umsätze mit dem Film-Geschäft. Sie bereiteten das Unternehmen daher zu spät auf die digitale Fotografie vor.

Ende der 1980er Jahre brachen die Umsätze schließlich dramatisch ein und Kodak musste harte Sparmaßnahmen einleiten. Erst 1991 brachte das Unternehmen eine eigene Digitalkamera auf den Markt, konnte jedoch nie wieder an alte Erfolge anknüpfen und musste nach 120 Jahren Unternehmensgeschichte Insolvenz beantragen. Die Technologie, die den Abstieg des Unternehmens einläutete, war im eigenen Haus entwickelt worden.

Die Lösung in der VUKA Welt leitet sich ebenfalls von der Abkürzung ab, Vision – Understanding / Verstehen – Klarheit – Agilität 

Auf diese Lösungsthemen sind unsere Online-Seminare aufgebaut:

Vision

Jedes Team braucht ebenso wie jedes Unternehmen eine Vision. Ein visionäres Ziel, das trägt und motiviert.

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Understanding – Verstehen

Ein wesentlicher Aspekt der VUKA Welt ist die Notwendigkeit, Zusammenhänge zu verstehen. Dazu gehört ein strukturiertes Informationsmanagement ebenso wie Problemlösungstechniken.

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Klarheit

Das Thema Klarheit hat auch sehr viel mit Empathie zu tun. Wie kommunizieren wir - wie kooperieren wir - wie sieht es mit unserer Kundenorientierung aus?
Spannende Themen, die zum Gelingen der erfolgreichen Zusammenarbeit beitragen und Klarheit schaffen.

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Agiles Arbeiten

Agile Teams - agiles Projektmanagement - agile Assistenz.
Die VUKA Welt braucht genau dieses Mindset. Es liegt ein ungeheures Potenzial in der guten Umsetzung agiler Methoden.

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